Dr. Elisabeth Dickmann

Aktuelles

2021 Neue Publikation

Eine neue Publikation in der Schriftenreihe des Hedwig Hintze-Instituts Bremen
Hedwig Hintze: Verstreute Schriften
Herausgegeben von Elisabeth Dickmann
Berlin, trafo verlag 2021
Schriftenreihe des Hedwig Hintze-Instituts Bremen. 11
ISBN 978-3-86464-074-2

Hedwig Hintze, die zweite habilitierte Historikerin Deutschlands, war seit ihrem tragischen Tod 1942 völlig in Vergessenheit geraten. Ein großer Verlust für die deutsche historische Wissenschaft! Von 1928-1933 lehrte sie an der Berliner Universität in ihrem Spezialgebiet französische Geschichte, verlor dann aber wegen ihrer jüdischen Herkunft auf Grund des sogenannten "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" ihre Stellung als Privatdozentin an der Berliner Universität und ihre Tätigkeit als Rezensentin an dem Fachorgan der Geschichtswissenschaften, der Historischen Zeitschrift. Damit waren alle ihre Arbeits- und Publikationsmöglichkeiten in Deutschland unmöglich geworden. Sie lebte einige Jahr im Exil in Frankreich, kehrte aber immer wieder zurück nach Deutschland zu ihrem kranken Mann. Ab 1939 lebte sie in den Niederlanden, zunächst in Den Haag, dann in Utrecht. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen war an die erhoffte Ausreise in die USA nicht mehr zu denken. Unter bis heute nicht völlig geklärten Umständen, vermutlich aber durch Freitod kam sie 1942 kurz vor der Deportation nach Auschwitz ums Leben. Ihre zahlreichen Aufsätze sind in vielen verschiedenen Zeitschriften erschienen und für die Publikation systematisch gesammelt worden, um die Erinnerung an diese bedeutende Vertreterin der deutschen Geschichtswissenschaft endlich wieder wach zu rufen und ihr vielseitiges, bis heute aktuelles Werk der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Eine Buchpräsentation hat online am 9. Juli 2021 stattgefunden

Für den Herbst 2021 ist eine 2. Präsentation mit Lesung in Präsenzform geplant

2021 Vortragsaktivitäten

Am 23. Juni 2021, 19 Uhr, online Vortrag:
Giotto di Bondone - Meister in einer Zeitenwende
Der Maler Giotto führte die Kunst der Freskomalerei zu einer technischen und künstlerischen Höchststufe. Er eröffnete neue Wege in der Darstellung von Mensch und Natur und wurde so zum Wegbereiter der Renaissance.
Elisabeth Dickmann führt durch die Bilder in Assisi und Padua und damit auch in die Welt des Franz von Assisi

100 Jahre Internationaler Frauentag 2021

Voi non avrete mai altri diritti, all'infuori
di quelli che avrete saputo conquistarvi.
Ihr werdet niemals andere Rechte haben
als die, die ihr euch zu erobern wusstet
(Anna Maria Mozzoni, 1892)

100 Jahre?
Eigentlich gibt es ihn schon deutlich länger. Und seine Vorgeschichte reicht weit zurück in die Entstehung der Frauenbewegung weltweit. Seit der Französischen Revolution, seit der Erklärung der Menschenrechte und seit den Märzrevolutionen der Jahre 1845 fordern Frauen ihre Gleichberechtigung in Arbeit, Bildung und staatsbürgerlichen Rechten ein. Den konkreten Anfang des Frauentages machten die Sozialistinnen, allen voran Clara Zetkin, auf dem internationalen Sozialistenkongress 1910 in Kopenhagen, wo sie vehement den Einsatz ihrer Parteien für das Frauenstimmrecht forderten. Das forderten ebenfalls seit längerem die eher bürgerlichen Frauenbewegungen in den USA und in Europa, aber eine Zusammenarbeit mit den Sozialisten schien beiden Seiten problematisch. Das oben angeführte Zitat der Italienerin Anna Maria Mozzoni gehört in diesen Kontext und stammt aus einem ihrer vielen Artikel, in denen sie dringlich das Zusammengehen aller Kräfte für die Emanzipation der Frauen forderte. Dafür hatte sie seit 1865 gekämpft in Worten, Schriften und reger Agitation.
Vom Kongress in Kopenhagen 1910 ging also die Initiative für einen jährlichen Frauentag aus, der zu unterschiedlichen Zeiten bald in fast allen europäischen Ländern und in den USA gefeiert wurde, unterbrochen jeweils in der Zeit der beiden Weltkriege. In Italien organisierte der Partito Communista Italiano (PCI) erstmals 1922 den Giorno internazionale delle donne am 12. März, dem ersten Sonntag nach dem 8. März, der sich als fester Termin durchgesetzt hatte. Bemerkenswert an diesen frühen "Festtagen" ist die Stoßrichtung der Forderungen: Gleiche staatsbürgerliche Rechte für die Frauen (das Wahlrecht erhielten die Italienerinnen 1946), gleiche Chancen in der Bildung und Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen. Anknüpfend an die alten Vorstellungen und nach der Erfahrung von Faschismus und Krieg gehörte auch die Forderung nach Frieden und internationaler Verständigung dazu. Nur hatte sich die Welt nach 1945 entscheidend verändert: Sich auf den Sozialismus als Garant für Geschlechtergleichheit zu berufen schien in Zeiten des Kalten Krieges nicht mehr überzeugend. Entsprechend unbeachtet verlief dieser Tag für rund ein Vierteljahrhundert.
Der Frauentag wurde erst wieder zu einem öffentlichen Ereignis, als die neue Frauenbewegung in den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sich auf die Motivation und Bedeutung der Forderungen der sogenannten alten Frauenbewegung besann: Es geht um die Mahnung zu Frieden und Gerechtigkeit und um die Sicherung der sozialen Lage der Frauen weltweit. Gerade in Italien war damals diese Bewegung sehr lebendig, wie auch in den USA und vielen bis dahin für Frauenrechte nicht in Erscheinung getretenen Ländern; und so verabschiedete die UNO 1977 schließlich eine Resolution, mit der ein "Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und für Frieden" geschaffen und auf den 8. März festgelegt wurde. Nur in wenigen Ländern ist er zum staatlichen Feiertag geworden - bei uns nur in Berlin -, in Italien nicht.
Die Italienerinnen hatten noch im letzten Kriegsjahr 1944 die Unione Donne Italiane (UDI) gegründet, einen Zusammenschluss der Frauen aller linken Parteien und im Widerstand aktiver Gruppen, und konnten so schon am 8. März 1945 die erste Manifestation in den befreiten Zonen Italiens durchführen. Ab 1946 wurde der Tag dann in ganz Italien gefeiert und erhielt sein eigenes unverkennbares Symbol: die Mimose. Auch um sie, dieses bescheidene Blümchen, spinnt sich ein kleiner Mythos: Angeblich wurden Mimosen im Widerstand am 8. März von den Partisanen an die Frauen verschenkt, die ihnen aktiv Hilfe leisteten. Vielleicht nur eine Erinnerung ex post, aber eine schöne Geste, denn bis heute überreichen Italiener ihren Frauen und Müttern am 8. März einen kleinen Mimosenstrauß.
Seien es nun 100, 110 oder noch mehr Jahre seit seiner Gründung. Der "Internationale Tag für die Rechte der Frau und für Frieden" ist nach wie vor unentbehrlich angesichts der weltweiten desolaten Lage von Frauen und angesichts hartnäckig verteidigter Barrieren für die Chancengleichheit der Frauen auch in unserem Land.

E.D. 08.03.2021

2020 Vortragsaktivitäten

In diesen ganz besonderen Zeiten sind Vorträge life bis jetzt nicht möglich. Mit der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Bremen e.V. habe ich daher ein online-Vortragsformat entwickelt, in dem ich aus meinen jahrzehntelangen Forschungen zur italienischen Geschichte und Kulturgeschichte berichten kann. Gestartet wurde im Sommer 2020 mit einer Trilogie "Die Vielfalt der italienischen Kultur und die Entstehung der Nation Italien".

Vortrag 1: Die Bedeutung Giuseppe Mazzinis für die italienische Nationalbewegung
Mittwoch, 15. Juli 2020, 19 Uhr (Einwahl ab 18:45 Uhr)

Vortrag 2: Giuseppe Verdi und die Oper. Musik als Vermittlerin patriotischer Ideen
Dienstag, 28. Juli 2020, 19 Uhr (Einwahl ab 18:45 Uhr)

Vortrag 3: Das Nationaldenkmal für Vittorio Emmanuele II in Rom
Donnerstag, 20.August 2020, 19 Uhr (Einwahl ab 18:45 Uhr)

2019 Vortragsaktivitäten

Meister der italienischen Renaissance
Leonardo - Michelangelo - Raffaello

Vortrag von Dr. Elisabeth Dickmann und Marita Tretter

Sonntag, 27. Oktober 2019, 17 Uhr
Rudolf Steiner Haus Bremen, Freiligrathstr. 15
Karten an der Abendkasse zu 10 Euro

Nach dem ersten unserer Vorträge über Giotto und dem zweiten über die großen Maler der Frührenaissance in Italien ist es nun Zeit, sich den Protagonisten zuzuwenden. Jeder dieser Künstler ist ein Kosmos für sich, jeder ein hoch- und vielseitig begabter Mensch, jeder hat unschätzbare Werte für unsere Kultur geschaffen. Es geht hier weniger um einen Vergleich dieser Meister, als vielmehr um ihre Bedeutung für die kulturelle Entwicklung der Menschheit.

2018

Die Malerei der italienischen Frührenaissance

Vortrag im Rudolf Steiner Haus Bremen, Sonntag, 21. Oktober 2018, 17 Uhr

Dr. Elisabeth Dickmann, Kunsthistorikerin
Marita Tretter, Kunsttherapeutin

In Fortsetzung unseres Vortrags über Giotto di Bondone wollen wir uns dem Übergang von der mittelalerlichen Malerei hin zur Renaissance widmen und die Wegbereiter der neuzeitlichen Kunstauffassung betrachten. Natur und Mensch treten nun in den Mittelpunkt der Bildgestaltung bei immer noch vorwiegend religiösen Motiven und Themen. Naturwissenschaftliche und technische Erkenntnisse finden ihren Niederschlag in den Bildern des 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts und ein neues Bild vom Menschen wird sichtbar.

Eine Veranstaltung der Päd.- Therapeutischen Beratungsstelle Bremen

Karten an der Abendkasse. Eintritt 10 ¤

2017

Der Maler Giotto di Bondone, Wegbereiter der Renaissance

Vortrag im Rudolf Steiner Haus Bremen, Sonntag, 22. Oktober 2017, 17 Uhr

Gemeinsam mit der Kunsttherapeutin Marita Tretter und Dr. Elisabeth Dickmann soll das Werk dieses großen Künstlers an der Wende zur Neuzeit betrachtet und im Kontext seiner Zeit beleuchtet werden.

Eine Veranstaltung der Päd.- Therapeutischen Beratungsstelle Bremen

Karten an der Abendkasse. Eintritt 10 ¤

Gerade erschienen:

Elisabeth Dickmann & Barbara Deppe:
Die Historikerin Hedwig Hintze (1884-1942)
Bibliografie. 2.erw. Aufl. Berlin, trafo-Verlag 2017
(Schriftenreihe des Hedwig Hintze-Instituts Bremen. 1)

2016

Laufende Arbeit an verschiedenen Publikationen:

Aufsatzsammlung zur italienischen Kulturgeschichte

30 Jahre (meiner) Frauenforschung: Sammlung von Vorträgen und Aufsätzen

2015

Radikal in der Avantgarde:
Die italienische Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts und ihre Bedeutung für die europäische Demokratiegeschichte

Vortrag in der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Bremen, Mittwoch, 28.01.2015, Villa Ichon, Bremen

Die italienische Frauenbewegung fand lange Zeit kaum Beachtung in der Erforschung des frühen Feminismus, obwohl sie zu einer der radikalsten und erfolgreichsten Strömungen der Frauenemanzipation innerhalb Europas gehörte. Sie spielte auf der internationalen Ebene der Frauenbewegungen eine ebenso große Rolle wie in der Entstehungszeit der europäischen Demokratie. Ihre sozialen Forderungen haben bis heute Gültigkeit.

Völkerversöhnende Frauenarbeit
Friedensbemühungen in der deutschen und internationalen Frauenbewegung und der Beitrag Hedwig Hintzes zur Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland

Kurzvortrag im Rahmen der Tagung Geschichte entdecken - erforschen - vermitteln zu Ehren von Dr. Eva Schöck-Quinteros am 14. Februar 2015, Universität Bremen

100 Jahre deutsche Frauen-Friedensbewegung und der Beitrag der Bremerin Auguste Kirchhoff - 150 Jahre Internationale Friedensbewegung, ein Blick auf die Gründungsjahre und die Bedeutung Marie Goegg-Pouchoulins
- Der Versuch Hedwig Hintzes, 1926 eine internationale Allianz gegen Faschismus und Nationalsozialismus zu schmieden

2013

Vivi auguri, Giuseppe! G. Verdi zum 200. Geburtstag
Vortrag im Rahmen des Festkonzerts am 17. November 2013

Eine Kooperationsveranstaltung von CRESCENDO Bremen e.V. und der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Bremen

Das Nationaldenkmal in Rom - Architektur - Propaganda - Wirkung Vortrag in der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Bremen, Januar 2013

Druckfassung einer älteren Version im Internet verfügbar im E-Journal der Univ. Heidelberg unter Vittoriano

Eine neue Publikation 2013:
The Passing of the Civil Code in Italy in 1865
and Anna Maria Mozzoni's Criticism of the Traditional Family Concept

Translated by Barbara Ehrmann-Köpke
In: Stephan Meder, Christoph-Eric Mecke (Hg.):
Family Law in Early Women's Rights Debates
Western Europe and the United States in the Nineteenth and Early Twentieth Centuries
(Rechtsgeschichte und Geschlechterforschung. Band 14)
Wien, Köln, Weimar: Böhlau Verl. 2013. ISBN 978-3-412-21052-6
Lieferbar
Auch als E-Book lieferbar: ISBN978-3-412-21185-1
Der englischsprachige Sammelband enthält Beiträge international ausgewiesener Historiker, Soziologen und Rechtswissenschaftler. Diese thematisieren die in der bisherigen Gender-Forschung nur in Teilaspekten untersuchte Stellung der Frau im Familienrecht um 1900 in Belgien, Frankreich, Italien, den skandinavischen Ländern, England und den USA sowie zeitgenössische Reformforderungen von Frauenrechtlerinnen.

Zur Zeit in Arbeit:
1.Textedition der verstreuten Schriften der Historikerin Hedwig Hintze

Sammeledition eigener verstreuter Publikationen und Vorträge:
1. Historisch-politische Schriften
2. Kulturwissenschaften
Veröffentlichung geplant für 2019

Neue und bereits erschienene Publikationen finden Sie unter publikationen.html


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